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 Wer bist du? Woher kommst du ? Was brauchst du ?
Udo01 Offline




Beiträge: 1.771

18.08.2006 23:29
RE: Wer bist du? Woher kommst du? Was brauchst du? antworten

Wer bist du? Woher kommst du? Was brauchst du?
Mit diesen Fragen sollte sich jeder der ein Hörnchen Kaufen und halten will auseinander setzen.

Ein Tier ist kein Hobby sondern eine Verpflichtung dem Tiergegenüber die man nicht heute toll findet und morgen als lästig bezeichnet. Ich hoffe dass ich allen die Rat wollen helfen kann und bitte aber um Nachsicht wenn ich im Interesse des Tiers klar Text schreibe

Vorwort

Auf den folgenden Seiten finden Sie alles, was ich über die Aufzucht von Tierkindern zusammen getragen habe. Die Grundlagen stammen aus diversen Büchern und
Internetseiten; ergänzt durch Tipps und Ratschläge einiger Menschen, die ebenfalls schon Tierbabys aufgezogen haben sowie meine eigenen Erfahrungen.
Seit 13 Jahren halte und (züchte) ich Eichhörnchen, wobei ich das Glück hatte viele langjährige Züchter kennen zu lernen welche mir Tipps und Ratschläge zu optimaler Haltung, Ernährung und Pflege mit auf den Weg gaben. Damit Sie keine Experimente am Tier, Futter oder der Haltung machen, möchte ich Ihnen diesen Leitfaden
an die Hand geben. Da ich dieses Infos uneigennützig im Interesse der Tiere weiter gebe hoffe ich, dass die Interpreten bei denen ich auszugsweise abgeschrieben oder zitiert habe mir dieses nicht verübeln.

Ursprung und Systematik

Der 54 Millionen Jahre alte Vorfahre Paramys
Paramys lebte im Eozän. Er besaß bereits einen langen buschigen Schwanz und sein Körperbau glich schon dem des heutigen Eichhörnchens.
Säuger mit nachwachsenden Zähnen
Zahlreiche Rekorde zeichnen diese Säugetierordnung aus:
Mit 300 Gattungen und 3’000 Arten ist sie die vielfältigste Ordnung. Sie ist die einzige Ordnung, die fast auf allen Kontinenten vorkommt.
Anpassungsfähigkeit ermöglicht den Nagetieren alle Lebensräume zu bewohnen: Bei allen Nagetiere wachsen die Schneidezähne ein Leben lang nach und werden beim Kauen fortlaufend abgenutzt. Diese charakteristischen Zähne trugen zur großen Verbreitung der Nagetiere bei, weil sie eine vielfältige Ernährung ermöglichten.
Eine der größten Nagetierfamilien
Mit 50 Gattungen und 250 Arten sind die Hörnchen, Sciuridae genannt, eine der größten Nagetierfamilien. In Australien, Madagaskar und Polynesien gibt es aber keine Hörnchen.
Es gibt drei Typen von Hörnchen: Hörnchen als Baumbewohner (wie unser Eichhörnchen), Erdhörnchen und Flughörnchen.
Das gemeine Eichhörnchen Sciurus vulgaris
In Europa lebt nur eine einzige einheimische Art der Gattung Sciurus, nämlich unser Eichhörnchen, Sciurus vulgaris. Der Name vulgaris weist auf die große Verbreitung dieses Eichhörnchens

Verbreitung
Ein weitverbreiteter Waldbewohner
Trotz seines riesigen Verbreitungsgebietes, gab es nie Eichhörnchen auf Island und den Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien und Sizilien.
Nur wo es Wälder hat, gibt es Eichhörnchen. Sie sind Kulturfolger: wenn sie Bäume vorfinden, leben sie gerne in Parks und Gärten.
Wasserläufe stellen für Migrationen kein Hindernis dar
Die Populationen von Eichhörnchen sind im Herbst starken Schwankungen unterworfen. Der Grund für die Abnahme der Populationsdichte können Nahrungsmangel in «Fichtenzapfen-Mangeljahren» sein oder aber Massenauswanderungen der Eichhörnchen in Gebiete, die bis zu 250 km entfernt liegen können (Beobachtungen in Sibirien.)
Wandernde Eichhörnchengruppen bewegen sich etwa so schnell wie wandernde Menschen. Wasserläufe, die überquert werden müssen, stellen dabei kein Hindernis dar.

Körperbau
Favorit beim Schönheitswettbewerb der Nagetiere
Mit seiner eleganten Silhouette, dem buschigen Schwanz und dem leuchtenden Fell ist das Eichhörnchen leicht erkennbar.
Eichhörnchen sind uns gut bekannt, da sie tagaktiv sind und oft in der Nähe menschlicher Siedlungen wohnen. Im Gegensatz zu den meisten Nagetieren, vor welchen Menschen meistens zurückschrecken, gelten den Eichhörnchen in der Regel alle Sympathien. Rumpf/Gewicht . Die Kopf-Rumpf-Länge von Eichhörnchen beträgt ca. 20 bis 25 cm, der Schwanz ist fast genauso lang ca. 15 bis 20 cm. Das Gewicht eines erwachsenen Tieres liegt zwischen 210 bis 450 g, Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen.
Mal ein anderes Aussehen
Zweimal pro Jahr macht das Eichhörnchen einen Haarwechsel: im Frühjahr und im Herbst. Die Herbstmauser beginnt mit den Hinterfüssen, erstreckt sich über Rücken und Nacken bis zum Kopf. Die Winterhaare geben dem Eichhörnchen ein fülligeres und etwas matteres Aussehen, da die neuen Haare grau sind. Auf der Pfotenunterseite hat das Eichhörnchen im Winter ebenfalls Haare. Die Frühlingsmauser verläuft umgekehrt: Sie beginnt beim Kopf und endet beim Schwanz. Weibchen haben einen schnelleren Haarwechsel als Männchen, so dass dieser bei der Geburt der Jungen abgeschlossen ist. Die Haarpinsel fallen wie die Schwanzhaare nur im Frühjahr aus. Sie wachsen im Verlauf des Sommers langsam nach. Nebst dem Luchs hat das Eichhörnchen als einziges das Privileg, so dekorative Haarpinsel zu tragen.

Rot oder schwarz: dasselbe Tier zeigt sich in unterschiedlichen Kleidern
Ob lebhaftes Rot oder schwärzliches Braun: Eichhörnchenfelle weisen alle Nuancen auf, nur der Bauch bleibt immer weiß. Unterschiedlich farbige Eichhörnchen gehören nicht verschiedenen Arten an. Die Farbe ist genetisch bedingt, aber auch abhängig von den ökologischen Bedingungen: Höhe, Klima oder Vegetation (der Ölgehalt der Fichtenzapfen beeinflusst die Eichhörnchenfarbe)In der Regel befinden sich dunklere Eichhörnchen eher in höheren Lagen, hellere eher in Laubwäldern der Ebenen. In der Schweiz aber findet man häufig dunkle und helle Eichhörnchen gemischt.
Im Südosten Europas (Griechenland, Bulgarien) fehlen rote Eichhörnchen. In England und Nordeuropa dagegen sind schwarze Eichhörnchen sehr selten.

Adleraugen
Als tagaktives Tier vertrauen Eichhörnchen auf ihre ausgezeichneten Augen. Diese sind leicht hervorstehend und seitlich am Kopf, wodurch sie ein vollständiges Gesichtsfeld ermöglichen.
Farben sehen Eichhörnchen weniger gut, dagegen erkennen sie mit Leichtigkeit vertikale Objekte, was für ein Leben in den Bäumen ideal ist. Zudem sind Eichhörnchen fähig, Distanzen mit äußerster Präzision zu schätzen. Besonders der Klammerreflex bewahrt sie vor den Abstürzen. Ihr Gehör ist sehr gut, bestimmte Geräusche (Knistern oder Knacken) sind Schlüsselreize für eine sofortige Flucht. Nachts sehen Eichhörnchen nicht sehr gut, im Notfall reicht es aber.

Gefühl an den Haaren
Eichhörnchen verfügen über eine Vielzahl von Vibrissen (Tasthaaren): an der Schnauze, über den Augen, an den Beinen, den Füßen, am Bauch und an der Schwanzwurzel. Diese Tasthaare ermöglichen nicht nur die Orientierung im Dunkeln und in der Enge ihres Nestes – vielmehr dienen einige von ihnen der Kontrolle des Gleichgewichtes beim Springen. Überhaupt ist der Gleichgewichtssinn ausgezeichnet entwickelt, so dass Hörnchen ohne Probleme in den Baumwipfeln herumwirbeln und kopfunter die Stämme hinabklettern können.

Nagezähne
Die Nagezähne sind die einzigen Zähne des Eichhörnchens, die man ohne Hilfsmittel sehen kann. Sowohl im Ober- wie im Unterkiefer befindet sich ein Paar langer gebogener Schneidezähne, deren Ende tief im Kiefer verankert ist. Dadurch kann das Tier sie wie Hebel benutzen. So werden Nüsse z. b . erst an einer Stelle aufgenagt und dann ein Stück Schale abgesprengt. Besonders geschickten Tieren gelingt sogar die Teilung in zwei Hälften.
Die lebenslang nachwachsenden Nagezähne sind an der Vorderseite mit einem harten Schmelz überzogen, während die Hinterseite weicher ist. Durch den Abrieb werden somit die Zähne ständig scharf gehalten.

Geteilter Unterkiefer

Eine Besonderheit ist der geteilte Unterkiefer, der es den Hörnchen ermöglicht, beide untere Nagezähne 2-3mm zu spreizen. Dadurch können Nüsse auch durch ein kleines Loch in der Schale wie mit einer Pinzette herausgeholt werden.
Hinter den Schneidezähnen klafft durch das Fehlen der Eck- und vorderen Backenzähnen eine große Lücke. Die Backenzähne sind bei Hörnchen bewurzelt und niederkronig mit abgerundeten Hügeln.
Das gewissenhafte Eichhörnchen putzt seine Zähne, indem es in ein Zweiglein beißt und dann seinen Kopf nach hinten zieht: So gleiten die Pflanzenfasern wie Zahnseide durch seine Zähne. In England haben sich Autobesitzer über ein ähnliches Vorgehen mit Autokabeln beklagt. Trotz all dieser Anstrengungen bleiben die Schneidezähne von Eichhörnchen immer verfärbt.

Fallschirm, Balancierstange, Steuerruder oder Daunendecke des Eichhörnchens
Dieser Schwanz gleicht einer flaumigen Vogelfeder, da er zweiseitig behaart ist. Ohne diese spezielle Behaarung würde der Eichhörnchenschwanz kaum all seinen Funktionen gerecht. Dafür müssen Eichhörnchen ihren Schwanz jedoch regelmäßig sauber halten.
Dank seines Schwanzes wird das Eichhörnchen zum Seiltänzer und bewahrt sein Gleichgewicht sogar, wenn sich die Äste unter seinem Gewicht biegen. Mit speziellen Muskeln kann es den Schwanz flach legen, um einen Sprung abzufedern.

Mit einer Bewegung des Schwanzes kann es auch während des Fluges die Richtung ändern. Der buschige Schwanz dient zudem als optisches Signal während Kampfhandlungen oder während der Paarung. Beim Schlafen deckt sich das Eichhörnchen mit seinem Schwanz wie mit einer Daunendecke zu.

Gliedmaßen
Die Gliedmaßen der baumbewohnenden Hörnchen sind länger als die ihrer erdbewohnenden Verwandten. Besonders die Hinterbeine sind lang und mit starken Muskeln ausgestattet, die weite Sprünge und schnelles Klettern ermöglichen. Beim Laufen auf dem Boden bewegen sich die Eichhörnchen wegen ihrer langen Hinterbeine in hasenähnlichen Sprüngen fort, wobei die Hinterpfoten jeweils an den Vorderpfoten vorbei aufgesetzt werden. Der Schwanz wird beim Laufen über den Boden gehalten, manchmal auch über dem Rücken getragen, jedenfalls schleift er nie auf dem Boden.
Eichhörnchen gehören (wie wir Menschen und z.b. die Bären) zu den Sohlengängern (während z. b . Mäuse auf den Zehen laufen.)
An den Vorderpfoten befinden sich vier lange, enorm bewegliche Finger mit langen gebogenen Krallen sowie ein verkümmerter Daumen, der lediglich eine Erhebung mit einem Fingernagel, ähnlich den unsrigen, darstellt. An den Hinterpfoten hat das Eichhörnchen fünf Zehen, die den Fingern ähnlich sind. Diese langen Finger und Zehen mit ihren langen messerscharfen Krallen erlauben den Tieren, auch an glatten Rinden behände empor und kopfüber wieder hinab zu klettern.

Das Eichhörnchen ist gewissenhaft sauber.

Kaum ist es aufgestanden, kratzt es sich Bauch und Flanken und kämmt den Schwanz mit seinen bekrallten Fingern. Sie brauchen die lange Zeit, um mit gähnenden und streckenden Bewegungen munter zu werden. Deshalb sollten Eichhörnchen nie unverhofft aus dem Nest (Kobel) aufgejagt werden, denn nicht selten hat sich dabei ein Tier schon tödlich verletzt.
Nach jedem Essen putzt es seine Schnauze und nimmt manchmal sogar ein Bad im feuchten Moos

Die Hände sind außerdem hervorragend zum Hantieren mit Nüssen, Zapfen etc. geeignet, sowie auch zum Nestbau und dem Vergraben von Vorräten.

Lebensraum
Ein Leben in den Bäumen
Das Leben des Eichhörnchens ist an Bäume gebunden. Bescheiden wie es ist, passt es sich sowohl Bergwäldern wie auch an Wäldern in tiefen Lagen an. Das Vorkommen von großen fruchttragenden Bäumen bietet ihm Nahrungsgrundlage und Platz für seine Nester, auch «Kobel» genannt.
Die Zusammensetzung der Vegetationsdecke spielt eine wichtige Rolle: Mischwälder bieten eine abwechslungsreichere und stabilere Nahrungsgrundlage als Fichten-Monokulturen, welche nicht jährlich Früchte tragen.
Für das Eichhörnchen ist das Alter der Bäume wichtiger als die artliche Zusammensetzung, da es auf Baumsamenkörner angewiesen ist, die erst von einem gewissen Alter der Bäume an produziert werden. Kiefern tragen als früheste unter den Koniferen schon nach 20 Jahren Zapfen. Buchen bilden erst nach 80 Jahren Samen.
Außerdem wechselt die Samenbildung von Jahr zu Jahr. Eichhörnchen können sich nur dort ständig halten, wo die Samenbildung aufgrund der Zusammensetzung der Baumbestände nach Art und Alter nie völlig versiegt. Die Nahrung der Eichhörnchen besteht aus Samen, Trieben und Knospen von Nadelbäumen, jedoch auch Beeren, Pilzen und den Blüten verschiedener Laub- und Nadelbäume sowie Blumen. Im Winter bilden Fichtenknospen die Hauptnahrung. Trotzdem haben Fichtenwälder auch Vorteile: Wenn sie Bäume unterschiedlichen Alters beinhalten, bieten sie neben Nahrung auch einen guten Schutz gegen Wind und Unwetter. Obwohl man die possierlichen Tierchen noch überall in den Wäldern zu Gesicht bekommt, sieht ihre Zukunft nicht rosig aus. Ihre bevorzugte Waldheimat wird ständig kleiner und gleichförmiger.

Freundliche Einzelgänger
Eichhörnchen sind sesshafte Tiere. Ihre Streifgebiete umfassen um zwei bis drei Hektar. Männchen haben in der Regel größere Streifgebiete als Weibchen. Wo genügend Nahrung vorhanden ist, überlagern sich die Lebensräume unterschiedlicher Tiere. Da Eichhörnchen sich auch sehr gerne in Parks und großen Gärten mit älterem Baumbestand aufhalten, können sie als Kulturfolger angesehen werden, zumal sie den Menschen gegenüber recht zutraulich werden können. Eichhörnchen sind Einzelgänger, sie haben ihr gut bekanntes Territorium und bevorzugen Wege, welche sie regelmäßig markieren. Ihr Gebiet verteidigen sie aber nur schwach gegen Artgenossen. Nur die Weibchen sind während der Aufzucht der Jungen etwas aggressiv. Interne Mechanismen regulieren die Populationsdichte (Emigration, Krankheiten, verringerte Fruchtbarkeit.)Externe Faktoren (Klima, Nahrung, Räuber) spielen eine kleinere Rolle.

Ein vollendeter Akrobat
Während der Aktivitätsphasen sind die Tiere meist in Bewegung und jagen mit atemberaubender Gewandtheit an den Stämmen hoch, über die Äste in die Baumkronen und dort von Baum zu Baum. Von einem Baum zum anderen springen Eichhörnchen, indem sie auf flexiblen Ästen Schwung holen. Ihre Sprünge erreichen 4 bis 5 m Länge; noch mehr, wenn sie von einem hohen Wipfel aus hinabspringen. Ihren Schwanz benutzen sie zum Balance halten und als Steuerruder im Fluge. Die langgekrümmten Krallen ermöglichen den Eichhörnchen die glättesten Stämme in Sprüngen hinaufzuklettern. Abwärts geht es Kopf voran, mit weit gespreizten Krallen. Manchmal beobachtet man Eichhörnchen, die in Spiralen um den Stamm klettern.Dabei geht es entweder darum, dem Marder zu entkommen.. oder um Spiele von Jungtieren.
Am Boden sind sie nicht weniger flink. Ihr Aktionsradius erstreckt sich durchschnittlich über eine Fläche von etwa 1000 ha. Über ihre Schnelligkeit sagt am Besten folgende Zeitungsmeldung etwas aus: "Tatsächlich schneller als die Polizei erlaubt: Ein Eichhörnchen in Glenrothes (Schottland. Mit 70 Stundenkilometern schoss der Baumbewohner über eine Straße, löste eine Verkehrs-Kamera aus. Geblitzt! Doch dieser Strafzettel bleibt ungeschrieben. "Sie laufen wie Hasen in kleinen Sprüngen und hinterlassen trapezförmige Spuren.
Obwohl Eichhörnchen nicht gerne ins Wasser gehen, durchqueren sie Flüsse und Seen als gute Schwimmer.

Eichhörnchen und Menschen
Eichhörnchen leben gerne in der Nähe des Menschen. Das hat seinen Grund: Gerne nehmen Eichhörnchen Nüsse und andere Naschereien an, manchmal sogar direkt aus der Hand von Spaziergängern.
Auch Futterstellen für Vögel locken Eichhörnchen an. Sie lieben Sonnenblumenkerne, Haselnüsse oder ungesalzene Erdnüsse. Bei sehr großem Nahrungsangebot legen Eichhörnchen Reserven für schlechte Zeiten an. Manche Vögel plündern ihrerseits die Verstecke der Eichhörnchen.
Eichhörnchen sind keine Haustiere. Sie ertragen kein Leben in Wohnungen. Klettern und Laufen sind lebensnotwendige Tätigkeiten für sie und mit ihren scharfen Krallen können sie ziemlichen Schaden im Haus anrichten.

Verhalten
Alarm: stillsitzen oder fliehen?
Bei Gefahr halten sich Eichhörnchen entweder ganz still oder sie suchen das Weite. Oft entziehen sie sich dem Blick des Feindes, indem sie auf die andere Seite des Baumstammes klettern. Aufgestellte Ohren verraten die Angst der Eichhörnchen.
Flach nach hinten gelegte Ohren sind ein Zeichen von Aggression. Diese Haltung ist begleitet von starken Schwanz- und Pfotenbewegungen. Bei Aufregung lassen sie ein schnelles, schnalzendes "tjuck-tjuck-tjuck" hören, das sie noch mit Krallenschlägen auf die Rinde verstärken. Ihr Schwanz ist dann S-förmig angelegt und zittert. Oft schließt dieses Verhalten ein lang gezogenes "nhhh" ab. Als Annäherungssignal wird schon von den Jungen ein leises "muck-muck-muck" ausgestoßen, in menschlicher Obhut wird es auch den Bezugspersonen gegenüber gemacht. Wichtig zu erwähnen ist schließlich noch der lang gezogene, klagende Notschrei, der von erwachsenen Tieren nur in Todesgefahr, von Jungtieren auch "aus Versehen" ausgestoßen wird.
Neben den Lauten nutzen Eichhörnchen optische Signale. Dabei spielen Schwanz und Ohren eine wichtige Rolle. Ein seitliches Schwanzwedeln beispielsweise bedeutet Nervosität und Erregung. Es soll Artgenossen aufmerksam machen und besitzt vermutlich Drohwirkung. Ähnlich wie bei Raubtieren werden beim Drohen die Ohren zurückgelegt und die Schneidezähne gewetzt. Hopst das Eichhörnchen mit allen Vieren gleichzeitig in die Höhe, ist das eine Art Aufforderung zum Spielen. Der Schwanz liegt fast dem Rücken an und die Ohren sind angelegt. Auch bei der so genannten Scheibenstellung, die als Paarungsaufforderung dient, ist die Schwanzhaltung ähnlich. Auch in Konfliktsituationen wird diese Stellung eingenommen.

Duftstoffe als Kommunikationsmittel
Eichhörnchen benutzen regelmäßig und immer zur gleichen Zeit dieselben Wege.
Sie markieren die Grenzen ihres Territoriums mit Urin. Andere Ausscheidungen informieren über sozialen Status und Fortpflanzungsfähigkeit des Besitzers.
Kot wird dagegen rein zufällig ausgeschieden und dient nicht der Markierung.
Fortpflanzung Schwierige Verführung des Weibchens
Die Reproduktionszeit dauert von Ende Januar bis April. Mit zehn Monaten sind Eichhörnchen geschlechtsreif.

Das "Vorspiel"
Das "Pozedre" der Fortpflanzung ist ab Ende Januar zu beobachten. Es ist atemberaubend, was uns die geschickten Kletterer dabei an Kletterkünsten zeigen. Die Männchen dringen in die Reviere der Weibchen ein, um sich zu paaren. Dabei liefern sich die Anwärter mit den Weibchen eine wilde Verfolgungsjagd am Boden und in der Luft. Dabei "fliegen" sie so schnell durch die Äste, dass einem manchmal die Luft wegbleibt. Sind die Weibchen allerdings noch nicht bereit zur Paarung, kommt es gelegentlich zu Kämpfen.
Ist das Weibchen aber soweit, verliert sich das Davonlaufen in eine "Davonlaufsymbolik". Ist das Männchen ganz nahe, wedelt es ein paar Male mit dem Schwanz, den es anschließend auf den Rücken legt - ebenso legt das Weichen den Schwanz auf den Rücken und gibt dabei etwas Harn ab.
Leider ist es aber für den ungeduldigen Eichkater so, dass dieses Spiel nicht gleichzeitig heißt, dass es nun "losgehen" kann, denn es kann Tage dauern, bis das Weibchen endlich zustimmt. Irgendwann kommt es aber auch bei den "schwierigsten Fällen" zur Begattung, bei der das Männchen die Lenden des weiblichen Tieres umklammert.

Geschlecht
Eine Geschlechtsbestimmung kann nur über den Unterschied der Abstände zwischen Anal- und Genitalöffnungen vorgenommen werden. Während der Paarungszeit sind außerdem bei den männlichen Tieren die Hoden zu sehen, während bei den Weibchen die Vulva deutlich anschwillt.

Familie mit nur einem Elternteil

Kurzes Glück
Für kurze Zeit beziehen die beiden ein gemeinsames Nest, wobei allerdings nach der Geburt der Jungen das Männchen davongejagt wird. Bei der Geburt der Jungen ist das Männchen bereits nicht mehr im Nest. Die Jungen sind Nesthocker und bei ihrer Geburt nackt und blind, haben einen noch geschlossenen Gehörgang und am Kopf anliegende Muscheln. Durch diese Tatsachen sind sie vollkommen von der Mutter abhängig. Nach der Geburt. Die Jungen werden von der Mutter einzeln genommen, begutachtet und gereinigt. Sie wiegen etwa 8,5g. Die Körperlänge beträgt etwa 6cm, die Schwanzlänge bis zu 3cm. Hände und Finger sind unverhältnismäßig groß und lang. Am 6. Lebenstag erscheinen die ersten Haare am Kopf, zwei Tage später am Rücken, bis nach knapp zwei Wochen die flaumige Behaarung den ganzen Körper bedeckt. Nach 20 Tagen ist die künftige Färbung erkennbar. Mit 22 - 23 Tagen brechen dann die unteren Schneidezähne durch. Die Jungtiere öffnen ihre Augen mit 30 - 32 Tagen. Zuerst können sie allerdings nur schemenhaft sehen. Zwischen dem 37. und dem 41. Tag brechen die oberen Schneidezähne durch. In den ersten zehn Tagen verlässt die Mutter das Nest nur selten. Sie säugt die Jungen, hält sie sauber und räumt den Kot aus dem Nest. Normalerweise gibt es zwei Würfe im Jahr nach einer jeweiligen Tragzeit von 38 Tagen. Der erste Wurf findet ab Ende Januar statt, der letzte im August. Dabei werden jeweils 3-7 (durchschnittlich 5) Jungen geboren. Erst nach etwa 30 Tagen öffnen sie die Augen und verlassen um den 40. Lebenstag erstmals das Nest, in dem sie geboren wurden. Nun können sie auch schon feste Nahrung zu sich nehmen, werden aber noch weiter bis etwa zum 60. Tag gesäugt. Auch später saugen die Jungen noch gelegentlich, wobei sich die Mutter dann aber meist entzieht. Allerdings kommt es auch nicht selten vor, dass die Mutter mit den selbständigen Jungen einige Zeit das Nest noch gemeinsam nutzt, bis sich die Jungen selbst mit einer Behausung ausgestattet haben.Bei der Geburt besitzen Eichhörnchen eine Haut, welche die Vorderbeine mit den Hinterflanken verbindet. Diese Membrane verschwindet bei den Eichhörnchen, bei den Flughörnchen aber wird sie zur Flughaut ausgebildet.

Mit 12 Wochen können sich junge Eichhörnchen selbständig ernähren.
Nach 4 Monaten verlässt die Mutter entgültig das Nest mit den Jungen. Diese bleiben weiterhin mehrere Monate in der Nähe ihres Geburtsnestes, spielen miteinander und veranstalten wilde Verfolgungsjagden. So üben sie zukünftige Auseinandersetzungen mit ihren Feinden.
Mehr als die Hälfte der Jungen stirbt jedoch bevor sie ein Jahr alt ist. Sind die ersten schwierigen Monate überwunden, können Eichhörnchen bis zu 8 Jahre alt werden. Oft sterben sie dann wegen Krankheiten, Unterernährung und Altersschwäche, seltener werden sie ein Opfer ihrer Feinde.
In der Regel haben Eichhörnchen zweimal pro Jahr Junge. Die Fruchtbarkeitsrate ist abhängig vom Nahrungsangebot und vom Alter des Weibchens.

Jungentransport wie bei Katzen
Eichhörnchenjunge haben schon von Geburt an einen Klammer-Reflex, welcher verhindert, dass sie aus dem Nest und damit vom Baum herunterfallen. Sie haben bereits lange Krallen und die Hinterbeine haben genügend Kraft um sich festzuhalten. Dieser Reflex ist unabkömmlich für ein Leben auf Bäumen.
Wenn ein Feind das Nest bedroht oder wenn es von Parasiten befallen ist, wechselt das Weibchen das Nest: Es packt die Jungen mit der Schnauze am Bauch. Das Junge rollt sich dann so zusammen, dass es den Hals der Mutter umfasst. Ohne Probleme springen die Eichhörnchen so mit ihren Jungen von einem Baum zum anderen.

Ernährung

Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang ist Tagwacht
Im Gegensatz zu den meisten Waldbewohnern wird das Eichhörnchen im Morgengrauen aktiv. Dabei ist es außerordentlich pünktlich: jeden Morgen eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang krabbelt es aus seinem Nest.
Während der Morgenstunden ist es am aktivsten und über die heißesten Mittagsstunden ruht es sich aus. Gegen Abend nimmt es seine Tätigkeiten wieder auf und immer vor Sonnenuntergang legt es sich schlafen.
Dieser regelmäßige Tagesablauf wird durch die Witterungsverhältnisse manchmal gestört. Steigen die Temperaturen über 25 Grad, verziehen sich Eichhörnchen in ihre Nester. Dies tun sie ebenfalls, wenn es sehr stark windet.
Im Winter schlafen Eichhörnchen fast den ganzen Tag, nur am Morgen suchen sie sich die nötige Nahrung zusammen. Sie halten aber keinen eigentlichen Winterschlaf.


Tannenzapfen und Bucheckern sind beliebter als Haselnüsse
Eichhörnchen investieren 60 bis 80% ihrer aktiven Zeit in die Nahrungssuche. Die Zusammensetzung der Vegetationsdecke spielt eine wichtige Rolle: Mischwälder bieten eine abwechslungsreichere und stabilere Nahrungsgrundlage als Fichten-Monokulturen, welche nicht jährlich Früchte tragen. Für das Eichhörnchen ist das Alter der Bäume wichtiger als die artliche Zusammensetzung, da es auf Baumsamenkörner angewiesen ist, die erst von einem gewissen Alter der Bäume an produziert werden. Kiefern tragen als früheste unter den Koniferen schon nach 20 Jahren Zapfen. Buchen bilden erst nach 80 Jahren Samen.
Außerdem wechselt die Samenbildung von Jahr zu Jahr. Eichhörnchen können sich nur dort ständig halten, wo die Samenbildung aufgrund der Zusammensetzung der Baumbestände nach Art und Alter nie völlig versiegt. Die Nahrung der Eichhörnchen besteht aus Samen, Trieben und Knospen von Nadelbäumen, jedoch auch Beeren, Pilzen Bucheckern. Haselnüsse und den Blüten verschiedener Laub- und Nadelbäume sowie Blumen. Eichhörnchen haben im Gegensatz zu Grauhörnchen große Mühe, Eicheln zu verdauen. Seltener fressen Eichhörnchen auch Insekten, Eier oder junge Vögel. Ihren Durst stillen Eichhörnchen frühmorgens nach dem Aufstehen an einer Wasserlache oder im Winter mit etwas Schnee.
Im Winter bilden Fichtenknospen die Hauptnahrung.Trotzdem haben Fichtenwälder auch Vorteile: Wenn sie Bäume unterschiedlichen Alters beinhalten, bieten sie neben Nahrung auch einen guten Schutz gegen Wind und Unwetter. Obwohl man die possierlichen Tierchen noch überall in den Wäldern zu Gesicht bekommt, sieht ihre Zukunft nicht rosig aus. Ihre bevorzugte Waldheimat wird ständig kleiner und gleichförmiger.

Eichhörnchen brauchen einen Wintervorrat
Berühmt ist das Eichhörnchen für seine Vorratshaltung. Es legt während der Zeiten mit Nahrungsüberfluss Wintervorräte an. Vorratskammern sind in ihrem Bau nicht vorgesehen. Da es keinen Winterschlaf hält, beginnt es zeitig im Herbst Depots anzulegen. Dazu sammelt es vor allem Samen, aber z. B. auch Pilze, die teils vergraben, in Baumhöhlen versteckt, bzw. in Rindenrissen oder Astgabeln festgeklemmt werden. Nüsse oder Eicheln werden bevorzugt so abgelegt, dass sie Wurzeln oder den Stamm eines Baumes berühren. Die Verstecke prägt sich das Eichhörnchen nicht ein, sondern sie werden durch Absuchen geeigneter Stellen nach vorgegebenen Suchmustern wiedergefunden, wobei der Geruchssinn eine wichtige Rolle spielt. Im Boden liegende Haselnusskerne riecht das Eichhörnchen aus 30 cm Entfernung. Oft kommt es vor, dass ein Eichhörnchen die Lage der Vorratskammer vergisst. Daher legt das einzelne Tier gleich mehrere an. Diese vergessenen Lager kann man manchmal im Frühjahr als Ansammlung von Eicheln, Haselnüssen oder Bucheckern entdecken Das Sammeln ist als Instinkthandlung ererbt. Das ererbte Verhalten ist immer gleich: Loch scharren - Nuss ablegen - mit der Schnauze stoßen - Zuscharren und Festdrücken der Erde. Jeweils nach einigen Tagen Ruhe verlassen sie ihr wärmendes Nest, um nach Nahrung zu suchen. Je nach der Gegend, wo ein Eichhörnchen lebt,legt es mehr oder weniger viele Vorräte an. In Laubwäldern sind die Vorräte in der Regel wesentlich kleiner als in höher gelegenen Nadelwäldern.
Die Vorratsbunkerung zeigt, wie problematisch für Eichhörnchen die Einflüsse der Witterung sind. Wenn es mal wärmer und sonniger als gewöhnlich, halten sie ausgiebigen Mittagsschlaf in ihrem Kobel und gehen dann bloß sehr früh am Morgen und abends umher, um sich zu versorgen. Noch unangenehmer für sie sind allerdings Regengüsse, Stürme, Gewitter und besonders Schneegestöber.
Damit Eichhörnchen den Winter gut überstehen, ist es wichtig, dass sie ausreichend Nahrung im Herbst finden um die Vorratslager zu füllen. Ist das nicht der Fall und es folgt ein strenger Winter, sind die Vorräte schnell aufgebraucht und viele der Tiere verhungern.


Soviel frisst ein Eichhörnchen pro Tag
Eichhörnchen sind im Prinzip Allesfresser; ihr Speisezettel richtet sich in erster Linie nach dem Angebot in ihrem Revier. Samentragende Bäume sowie junge Rinde sind dabei unerlässlich. Fehlen sie, werden Eichhörnchen auch bei sonst reichem Angebot kaum sesshaft. Wegen der Rindenbeschädigung wird den Eichhörnchen oft ein negativer Einfluss auf junge Baumpflanzungen nachgesagt. Dies wird aber vor allem dann passieren, wenn der Verlust von früchtetragenden Altbäumen zum Ausweichen auf Knospen und Rinde zwingt. Ansonsten frisst das Eichhörnchen Insekten und deren Larven, auch Blattläuse, Ameiseneier, und sogar Jungvögel. Samen, Knospen Zweige, Bucheckern, Fichtensamen, und andere Pflanzenteile, vor allem Gallen werden auch wegen der darin enthaltenen Einmieter oder Schädlinge befressen (Scheinfraß) Ein Eichhörnchen verzehrt täglich - in Abhängigkeit von Größe und Jahreszeit - 35-80 g Futter. Dabei kommen die Tiere im Frühjahr auf 80 g pro Tag, im Sommer auf 55, im Herbst auf 70 und im Winter auf nur 35 g pro Tag. Im Tageslauf fressen Eichhörnchen vor allem gegen Ende ihrer Tagesaktivität, obwohl sie bereits morgens emsig auf Futtersuche sind.
Weiterreichende Infos über Arten und andere Themen finden sie auf meiner HP.Benutzen Sie den Link
http://eichhoernchenfreunde.de/
Gruß Udo

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