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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Wissenswertes so wie Bücher und sonstige Literatur .
Udo01 Offline




Beiträge: 1.787

23.12.2006 00:42
RE: Informationen Thread geschlossen

Hallo
An dieser Stelle findet ihr alles an div. Informationen die ich im Netz auftreiben kann.
Hilfe ist willkommen

Udo01 Offline




Beiträge: 1.787

23.12.2006 00:46
#2 RE: Informationen Thread geschlossen

Die weitaus erfolgreichste Säugetierordnung unserer Zeit - gemessen an der Artenvielfalt ebenso wie an der Individuenzahl - sind die Nagetiere (Rodentia).
Mehr als vierzig Prozent aller heutigen Säugetierarten, nämlich rund 2000 von 4600, gehören zu dieser Sippe, deren früheste Vorfahren sich vor gut fünfzig Millionen Jahren auf dem nordamerikanischen Halbkontinent herausgebildet hatten.

Informationen überStammbaum - Erläuterungen zur Systematik der Nagetiere - Anmerkungen zum verwirrenden oder falschen Gebrauch deutscher Tiernamen Nagersystematik
finden Sie unter folgenden Link.

http://www.rodent-info.de/nagerstammbaum.htm

Die umfangreichste Familie innerhalb der Unterordnung der Hörnchenverwandten ist mit ungefähr 270 Arten die der «eigentlichen» Hörnchen (Sciuridae). Wie die meisten Säugetierfamilien weist sie ihre grösste Artenvielfalt in den tropischen Regionen der Erde auf. Auch Nordamerika, das «Stammland» aller Nagetiere, beherbergt eine beachtliche Zahl von Hörnchenarten.

Hingegen finden sich in den gemässigten Zonen der Alten Welt recht wenige Arten. In ganz Eurasien sind es lediglich drei «Baumhörnchen», vier «Gleithörnchen» und fünfzehn «Erdhörnchen».

Körperliche Besonderheiten
Die physiologische Ausstattung der Hörnchen ermöglicht den sehr agilen Tieren die lebensnotwendigen Bewegungen. Eichhörnchen haben eine Atemfrequenz von 70 pro Minute; das Herzgewicht macht 0,6% vom Gesamtgewicht aus. Je nach Höhenlage ist das durchschnittliche Herzgewicht bei der gleichen Hörnchenart verschieden. Auch ist das Gewicht der Nieren mit 0,61 bis 1,10 % im Verhältnis zum Körpergewicht beim Eichhörnchen relativ hoch, was die rasche Abfuhr der Harnstoffe begünstigt.

Als „prominentes“ Auge wird die starke Vorwölbung von Linse und Hornhaut beim Eichhörnchen bezeichnet (Krummbiegel. In der Fachliteratur wird auch von „Schuhknopfaugen“ Gesprochen. Es handelt sich um eine Art Teleskopauge, das durch die „schlanke Form eine Ersparnis an Volumen und Gewicht bei voller optischer Leistungsfähigkeit bewirkt.

SchweißdrüsenEichhörnchen haben an ihren Pfoten zwischen den Ballen und zwischen den Zehen Schweißdrüsen. Bei großer Hitze oder bei großer Aufregung hinterlassen sie nasse Spuren auf einer trockenen Oberfläche. Dadurch wird das Revier markiert.

Fellwechsel Meist zweimal im Jahr erfolgt die Erneuerung des Haarkleides. Liegen irgendwelche Störungen im Zustand des Organismus, Krankheiten oder Parasitenbefall vor, kann der Haarausfall entweder abnorm plötzlich oder verzögert erfolgen. Beim Eichhörnchen ist eine Abweichung von etwa 10% im Frühjahr und nur 2 % im Herbst ermittelt worden.

Die meisten Hörnchenarten wechseln ihr Jugendkleid, bzw. Sommerkleid/Winterkleid im Herbst von vorne nach hinten, dem gegenüber im Frühjahr von oben nach unten. Die Handgelenke sind Ausgangspunkt des Wechsels, danach schreitet der Prozess gegen die Achsel weiter. Es entsteht oft eine wappenartige Kopfzeichnung. Über Arme, Schultern und Rücken, zuletzt Flanken, Hinterbeine und Schwanz wird das Fell abgestoßen und durch neue Haare ersetzt. Die Haarung im Herbst beginnt an der Schwanzwurzel, verläuft dann über Oberschenkel und Rücken bis zum Kopf. Mit dem Haarwechsel ist meist eine Umfärbung verbunden.

Nahrung Erstaunlicherweise sind manche Giftpflanzen für Eichhörnchen unschädlich. So nehmen sie die hochgiftigen Eibenbeeren schadlos auf, während zwei bittere Mandeln ausreichen, um es zu töten. An blutenden Eichen und Birken sind Eichhörnchen beobachtet worden, wie sie den oft in alkoholische Gärung übergegangen Saft in einem berauschenden Zustand auflecken.

Fortbewegung Unter den Klettertieren sind die Baumhörnchen besonders gut an die Fortbewegung im Geäst der Bäume angepasst. Das Eichhörnchen z.b. hat neben seiner hervorragenden Ausstattung durch die beweglichen Finger und Zehen, den Hakenkrallen, auf 1mm² Solenfläche 50 Knäudeldrüsen, die das Tier , ähnlich wie bei Siebenschläfern als Klebekletterer befähigen. Wenn auch das Eichhörnchen nicht die ausgesprochene Kleb -und Saugwirkung der mit Urin benetzten Hände und Füße, etwa der Kapuziner -und Totenkopfaffen erreichen, so haften ihre drüsenbewehrtren Sohlen doch gut an der Rinde der Bäume.

Gebiss

Als Gebiss bezeichnet man die Gesamtheit der Zähne eines Wirbeltieres. Hier beginnt die Kette der Verdauung

Das relativ einheitliche Gebiss der Nagetiere ist trotz der Vielfalt in Körperbau und Lebensweise ihr deutlichstes morphologisches Kennzeichen. Ursprünglich besaßen Nagetiere 22 Zähne: vier Schneidezähne, sechs vordere Backenzähne, davon vier im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer, und zwölf hintere Backenzähne. Während die Anzahl der Schneidezähne immer gleich blieb, hat sich in vielen Gruppen die Anzahl der Backenzähne verringert. Eckzähne waren nie vorhanden und zwischen Schneide- und Backenzähnen befindet sich eine große zahnfreie Lücke.

Nagezähne

Die als Nagezähne bezeichneten vier vergrößerten Schneidezähne sind das charakteristischste Merkmal der Nagetiere. Schon bei den ersten bekannten Nagetieren waren diese auf je ein Paar in Ober- und Unterkiefer reduziert. Die Nagezähne sind wurzellos oder besitzen kleine, offene Zahnwurzeln, haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöle und wachsen ein Leben lang nach. Durch das Benagen von hartem Futter oder sonstigen Gegenständen und durch den Abrieb an den gegenüberliegenden Zähnen bleiben sie in einer gewissen Längenkonstanz. Die Wachstumsrate der Nagezähne schwankt zwischen zwei bis drei Millimetern pro Woche bei nichtgrabenden Arten und fünf Millimetern bei den mit den Nagezähnen grabenden Taschenratten. Bei Winterschlaf haltenden Tieren wachsen sie mit verminderter Geschwindigkeit weiter. Die vorderen 30 bis 60 % der Nagezähne sind mit Zahnschmelz bedeckt, so dass bei der schnelleren Abnutzung der weicheren Bestandteile dahinter eine scharfe, meißelförmige Kante stehen bleibt. Die Nagezähne sind regelmäßig gekrümmt, die des Oberkiefers mehr als die des Unterkiefers.

Bei fehlender Abnutzung wachsen die Nagezähne immer weiter und können einen Teil des Schädels durchstoßen. Die unteren Nagezähne wachsen dabei nach vorn und oben aus der Mundhöhle heraus und werden vollständig unbenutzbar. Die oberen Nagezähne dagegen krümmen sich um sich selbst und können spiralförmig aus der Mundhöhle heraus wachsen oder nach Austritt aus der Mundhöhle Unter- und Oberkiefer von unten nach oben durchstoßen und die Schnauze damit verschließen. Diese Zustände sind tödlich, auch wenn sie von wildlebende Nagetieren schon längere Zeit überlebt wurden.

Die Nagezähne können zu verschiedensten Zwecken verwendet werden, dienen meist jedoch dem Aufbrechen hartschaliger Nahrung. Die südamerikanischen Fischratten, deren Nagezähne zugespitzt sind, verwenden sie zum Erlegen ihrer Beute und einige unterirdisch lebende Gruppen wie die Taschenratten und die Sandgräber zum Graben. Bei diesen Arten wachsen die Lippen nach innen und trennen so die Nagezähne von der Mundhöhle. Das bewirkt, dass bei der Nagetätigkeit keine Partikel nach hinten gelangen können. Die Kraft und Schärfe der Nagezähne kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass Biber einen Baum mit 12 Zentimetern Durchmesser in einer halben Stunde fällen können und von manchen Arten berichtet wird, dass sie mit ihren Zähnen sogar Konservendosen aufbrechen können.

Backenzähne

Von den vorderen Backenzähnen (Prämolaren) ist bei vielen Familien einer pro Kieferhälfte vorhanden, nur wenige Hörnchen und Sandgräber haben zwei. Bei den Mäuseartigen sind hingegen nie Prämolaren ausgebildet.

Bei den allermeisten Arten sind pro Kieferhälfte drei hintere Backenzähne (Molaren) vorhanden. Einige wenige Arten der Mäuseartigen haben nur zwei, die Shaw - Mayer - Maus( Mayermys germani) aus Neuguinea nur einen Molar pro Kieferhälfte – insgesamt also nur acht Zähne und somit die wenigsten aller Nagetiere. Die Gesamtzahl der Zähne liegt bei den Nagetieren nie über 22, mit Ausnahme des Silbergrauen Erdbohrers ( Heliophobiusargenteocinereus) , einer Sandgräberart, der aufgrund einer sekundären Zahnvermehrung 28 Zähne besitzt.

Die Backenzähne haben im Gegensatz zu den Nagezähnen bei vielen Arten ein begrenztes Wachstum. Bei einigen Gruppen jedoch, beispielsweise den Stummelschwanzhörnchen, Taschenratten, Springhasen, Chinchillas und Meerschweinchen, sind auch die Backenzähne wurzellos und wachsen somit zeitlebens.

Ein Zahnwechsel findet bei den Nagezähnen meist nicht statt (Monophyodontie), lediglich manche Meerschweinchenartige (Cavioidea) besitzen hier Milchzähne, die allerdings schon vor der Geburt durch die bleibenden ersetzt werden. Die Backenzähne machen dagegen meistens einen normalen Zahnwechsel durch.

Geteilter Unterkiefer

Eine Besonderheit ist der geteilte Unterkiefer, der es den Hörnchen ermöglicht, beide untere Nagezähne 2-3mm zu spreizen. Dadurch können Nüsse auch durch ein kleines Loch in der Schale wie mit einer Pinzette herausgeholt werden.
Hinter den Schneidezähnen klafft durch das Fehlen der Eck- und vorderen Backenzähnen eine große Lücke. Die Backenzähne sind bei Hörnchen bewurzelt und niederkronig mit abgerundeten Hügeln.
Das gewissenhafte Eichhörnchen putzt seine Zähne, indem es in ein Zweiglein beißt und dann seinen Kopf nach hinten zieht: So gleiten die Pflanzenfasern wie Zahnseide durch seine Zähne. In England haben sich Autobesitzer über ein ähnliches Vorgehen mit Autokabeln beklagt. Trotz all dieser Anstrengungen bleiben die Schneidezähne von Eichhörnchen immer verfärbt.


Tribus (Biologie)

Als Tribus (Plural: Tribus) wird in der Systematik der Biologie eine Rangordnung oberhalb von Gattung und unterhalb von Unterfamilie bezeichnet. Eine Tribus fasst mehrere näher verwandte Gattungen zu einer Gattungsgruppe zusammen. Der wissenschaftliche Name einer Tribus endet in der Zoologie auf „-ini“, in der Botanik auf „-eae“.


Infantizid (Zoologie)

Infantizid ist ein aus dem Englischen entlehnter Fachausdruck (infanticide) für das Töten von Nachkommen der eigenen Art. Während man ihn im Englischen ganz allgemein mit Bezug auf Tiere und Menschen benutzt, wird er im Deutschen eher in Bezug auf Tiere verwendet und ist insofern abgrenzbar gegenüber dem ausschließlich auf Menschen bezogenen Begriff Kindestötung. Im Unterschied zum Kannibalismus hat der Infantizid nicht zwingend das Auffressen der Opfer zur Folge.

Infantizid tritt praktisch bei allen wehrhaften Arten auf, also nicht nur bei Raubtieren wie dem afrikanischen Löwen und dem europäischen Braunbär, sondern auch bei vielen Vögeln, bei vermutlich allen Nagetieren und bei Primaten. Aufgrund verhaltensbiologischer Beobachtungen wird es beispielsweise Ratten, Mäusen und Erdmännchen ebenso zugeschrieben wie Mantelpavianen, Hulmanen, Schimpansen, Berggorillas und selbst Delfinen. Verlässliche Berichte gibt es ferner von Wasseramseln und Staren.



Infantizid im Tierreich muss daher als ein natürliches Verhalten angesehen werden.

Ökologische und verhaltensbiologische Faktoren
Infantizid kann vielfältige, weitgehend unbekannte Ursachen haben. Erklärungsversuche sind häufig bloße Mutmaßungen.

Am häufigsten wird Infantizid als Folge von Rangordnungskämpfen, von Revierkämpfen, von Übervölkerung und Nahrungsknappheit beschrieben.

Junge führende oder säugende Weibchen sind häufig nicht paarungsbereit; ein im Rangordnungs- oder Revierkampf siegreiches Männchen erhöht seinen Fortpflanzungserfolg, wenn es die Nachkommen des besiegten Rivalen ausschaltet.
Übervölkerung kann zu häufigeren aggressiven Auseinandersetzungen mit Artgenossen führen, was zu einer generellen Steigerung der Angriffsbereitschaft führen kann. Jungtiere können sich gegen Attacken weniger gut wehren und sind somit eher Opfer als ausgewachsene Individuen. Der Infantizid kann auch unbeabsichtigtes Nebenresultat von Rivalenkämpfen oder erneuter Paarung sein (z.B. erdrückte Jungtiere bei Seeelefanten).
Besonders von Laien wird Infantizid bei Haustieren gelegentlich mit einer Entwicklungsstörung der Jungen oder mit einer unerkannten Krankheit begründet. Verhaltensstudien an Hausmäusen und Ratten konnten jedoch nur ausnahmsweise einen solchen Zusammenhang feststellen. Gerade bei Nagetieren kommt es immer wieder vor, dass wohlgenährte und mobile Nestlinge getötet werden, während deutlich schwächere Individuen überleben.
Verknappung von Nahrung oder anderen Ressourcen kann zur Tötung eines Teils oder der gesamten Nachkommenschaft führen. Auch wenn der Zusammenhang naheliegend ist, sind die genauen ursächlichen Zusammenhänge in der Regel unklar, da Tieren im allgemeinen kein längerfristig vorausschauendes Handeln unterstellt werden kann.
Häufig angeführt wird ferner immer wieder und ganz allgemein "sozialer Stress" als Auslöser für Infantizid. Dieser Auslösemachanismus ist jedoch schwer zu beweisen, da vom Beobachter nicht immer spezifische, äußere Reize (so genannte Stressoren) benannt werden können. Nachzuweisen ist allerdings beispielsweise die Tötung von Jungtieren oder deren Preisgabe (auch die Aufgabe des Nests oder jeder weiteren Fütterung bedeutet deren sicheren Tod) bei einigen Wildtierarten durch die Mütter nach wiederholter Störung.


Winterruhe

Winterruhe ist eine Reaktion von Pflanzen und Tieren und anderen Organismen außertropischer Lebensräume auf die während des Winters lebensfeindlichen Umweltbedingungen.

Tierwelt Die Winterruhe setzt nur bei gleichwarmen Tieren ein. In der Zoologie bezeichnet Winterruhe ein Zustand gleichwarmer Säugetiere, bei dem der Energiebedarf stark eingeschränkt wird. Damit reagieren sie auf die ungünstige Außenbedingungen, die in der Regel mit einem eingeschränkten Nahrungsangebot einher gehen.

Die Winterruhe ist nicht mit dem Winterschlaf zu verwechseln, bei dem der Stoffwechsel drastisch herabgesetzt wird. In Winterruhe wird die Körpertemperatur nicht deutlich gesenkt, dafür aber die Herzschlagfrequenz vermindert. Winterruhe haltende Tiere erwachen mehrmals während des Winters, um Beute zu suchen, Vorräte zu sammeln oder von gesammelten Vorräten zu fressen.Beispiele für Tiere, die Winterruhe halten: Braunbär, Marderhund, Waschbär, Dachs, Eichhörnchen, Biber, einige Fledermäuse.

Legenden und Nutzung

«Eichhörnchen an kleingeschnittenen Zwiebeln»
Eichhörnchen wurden wegen ihres Fleisches gejagt. Die Zivilisation der Palafitten (etwa 3’000 Jahre v.Chr.) hinterließ Eichhörnchenspuren in Nahrungsresten.

Bis heute wird Eichhörnchenfleisch gegessen: In einem Basler Kochbuch von 1912 beschreibt ein Rezept dessen Zubereitung. Es wird erzählt, dass Elvis Presley für seine Eltern Eichhörnchen jagen musste, um den mageren Speisezettel der Familie aufzubessern.

Eichhörnchen wurden auch in der Medizin verwendet: Etwas Gehirn heile scheinbar vor Höhenschwindel.
Eichhörnchenfelle wurden ebenfalls kommerzialisiert.

«Das sich mit dem Schwanz beschattet»

Der griechische Dichter Oppien beschrieb das Eichhörnchen in seiner typischen Sitzstellung und dachte, dass es sich bei großer Hitze mit seinem Schwanz Schatten gebe. Daher kam der griechische Name «skiouros» (s k i o u r o s ): skia = Schatten; oura = Schwanz. Das lateinische Sciurus wiederum ist vom Griechischen abgeleitet. Aus sciurus wurde im alten Rom dann bald «sciurulus», was französisch den Namen «esciuriuel» und heute «écureuil», englisch «squirrel», italienisch «scoiattolo» und romanisch «stgilat» ergab.

Im deutschen Sprachraum wird das Eichhörnchen auch «Eichkatze», « Eichkätzchen oder «Eichhorn» genannt.

Familienplanung mit Weitblick
Eichhörnchen passen die Zahl ihrer Nachkommen dem künftigen Nahrungsangebot an

Eichhörnchen können voraussagen, wie viele Samen ein Baum in der kommenden Saison tragen wird und planen die Anzahl ihrer Kinder entsprechend des künftigen Nahrungsangebots. Mit dieser Strategie gewinnen sie im evolutionären Tauziehen gegen Fichten und Kiefern, die mit periodisch wechselnder Samenproduktion eigentlich die Eichhörnchen austricksen wollten.

Eichhörnchen sind die Feinde der Fichten. Sie fressen ihre Samen und minimieren so den Fortpflanzungserfolg der Nadelbäume. Daher haben die Bäume eine Gegenstrategie entwickelt: Alle paar Jahre produzieren sie eine besonders große Menge an Samen, in den Jahre dazwischen gibt es dafür weniger. Damit überlisten sie ihre Räuber, denn Tiere können sich nur fortpflanzen, wenn für sie und ihren Nachwuchs genügend Futter vorhanden ist. Durch die Hungerjahre halten die Bäume die Anzahl der Samenfresser gering, damit während der einmaligen Überschussproduktion genug Samen für ihre Fortpflanzung übrigbleiben.

Die Eichhörnchen vereiteln jedoch diese Pläne häufig, wie Boutin und seine Kollegen nun herausgefunden haben. Über zwanzig Jahre lang verfolgten die Wissenschaftler in Kanada, Italien und Belgien das Spiel zwischen Eichhörnchen und ihren Futterbäumen und entdeckten Unerwartetes: Irgendwie können die roten Nager die nächste große Ernte voraussehen und zeugen mehr Nachwuchs, rechtzeitig zum üppigen Festmahl im kommenden Herbst. Die Kinder erst im nächsten Jahr als Antwort auf den Boom zu bekommen, wäre hingegen nicht sinnvoll, denn dann gäbe es für Eltern und Nachwuchs wieder nicht genug zu fressen, erklären die Forscher.

"Es ist, als würden die Eichhörnchen eine sehr erfolgreiche Strategie an der Börse verfolgen", vergleicht Boutin. "Während es auf dem Markt noch schlecht aussieht, investieren sie viel, nämlich ihren eigenen Nachwuchs, heimsen aber hohe Dividenden ein, wenn der Markt wieder steigt".

Über die Frage, woher die Tiere schon im Voraus wissen, wie viel Futter sie zu erwarten haben, können die Wissenschaftler nur spekulieren. Sie vermuten aber, dass die Eichhörnchen durch die Knospen der Bäume, die sie im Sommer fressen, auf die zu erwartenden Ernte schließen können.

Die amerikanischen Eichhörnchen, auch Rothörnchen genannt, haben zudem noch eine zusätzliche Herausforderung gemeistert, wie die Biologen entdeckten: Sie warfen wie die Europäischen Eichhörnchen ein zweites Mal im Jahr und wurden schon trächtig, als sie die früher Geborenen noch säugten. Damit haben sie auch eine physiologische Hürde überwunden, erklären die Forscher, denn normalerweise verhindert das Säugen die Empfängnis von weiteren Kindern.

Stan Boutin (Universität Alberta, Edmonton) et al.: Science, Bd. 314, S. 1928

ddp/wissenschaft.de – Annette Schneider

Heiße Signale von Erdhörnchenschwänzen

Durch Erwärmung ihres Schweifs senden die Nager Infrarotstrahlung aus

Erdhörnchen setzen gezielt Körperwärme zur Verteidigung gegen Klapperschlangen ein. Sie können die Durchblutung ihres Schwanzes so steigern, dass dieser mehr Infrarotstrahlung abgibt und den Schlangen damit ihre Präsenz und Verteidigungsbereitschaft signalisieren. Über die Entdeckung des Biologen Aaron Rundus von der University of California in Davis berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins "Nature".

Zu den ärgsten Feinden der Erdhörnchen gehören Klapperschlangen. Besonders die jungen Nager sind dieser Gefahr meist hilflos ausgesetzt. Den einzigen Schutz bieten dann häufig erwachsene Tiere, die wagemutig den Kampf mit der Schlange aufnehmen. Weshalb diese sich nähernden Klapperschlangen häufig ihre Rückseite zukehren, konnten sich Wissenschaftler bislang nicht erklären. Die Tiere nutzen ihren Schwanz als eine Art Infrarot-Warnlampe, fand der amerikanische Forscher Aaron Rundus nun bei Hörnchen der Art Spermophilus beecheyi als Erklärung für dieses Verhalten. Die Klapperschlange Crotalus viridis oreganus kann die vom Schwanz abgegebene Infrarotstrahlung mit speziellen Wärmesensoren wahrnehmen, mit denen die Reptilien normalerweise ihre Beute wahrnehmen. Das Signal, das vom Schwanz der Erdhörnchen ausgeht, wirkt auf die Schlangen jedoch offenbar ablenkend oder sogar einschüchternd. Oftmals können sich die kleinen Nager so vor gefährlichen Kämpfen schützen.

In seinen Experimenten setzte der Wissenschaftler wilde Erdhörnchen und Klapperschlangen in einen Käfig und filmte die Auseinandersetzung mit einer Infrarotkamera. Er entdeckte, dass die Nagetiere das Fell auf ihren Schwänzen abspreizen und über die nun exponierten Hautpartien Wärmestrahlung abgeben. Möglicherweise sind die Erdhörnchen auch in der Lage, Blutgefäße im Schwanzbereich zu erweitern und so die Temperatur der Hautoberfläche partiell zu erhöhen. Die raffinierte Ablenkungstaktik wird nur gezielt eingesetzt: Die Hörnchen können zwischen Klapperschlangen und anderen Schlangen unterscheiden und zeigen nur den klappernden Reptilien ihr heißes Schwänzchen.

ddp/bdw – Kathrin Lengfellner

Die Hochsprache der Erdhörnchen
Ziesel haben ausgeklügeltes Kommunikationssystem für Warnungen

Erdhörnchen nutzen untereinander eine sehr viel ausgefeiltere Sprache als bislang angenommen. So besitzen die kanadischen Richardson-Ziesel beispielsweise ein großes Repertoire an Lautkombinationen, mit denen sie ihre Artgenossen warnen können. Die Tiere machen dabei nicht nur Angaben über die Dringlichkeit der Warnung, sondern auch über die Richtung, aus der die Gefahr droht, fanden kanadische Forscher um James Hare bei der Entschlüsselung der Sprache heraus.

Erst im vergangenen Jahr hatte Hare entdeckt, dass Richardson-Ziesel Ultraschallrufe als Alarmsignale nutzen. In der neuen Studie konzentrierten sich die Forscher nun auf den auch für Menschen hörbaren Teil der Zieselsprache, bestehend aus Pfeiflauten, Zirp- oder Zwitschertönen und einem Geräusch, das die Wissenschaftler "Chuck" tauften. Dieser Laut, der wie das englische Wort "Chuck" klingt, kommt bei Männchen und Weibchen vor und wird meist an einen Pfeiflaut angehängt, beobachteten die Forscher.

Um die Bedeutung der verschiedenen Lautäußerungen zu entschlüsseln, ärgerten Hare und seine Kollegen einige Erdhörnchen mit einem geworfenen Hut und entlockten ihnen so einige Alarmschreie. Die spielten sie anschließend einigen anderen Zieseln vor und beobachteten deren Reaktion. Die "Chucks" dienen den Nagern offenbar als eine Art verbales Ausrufezeichen, das einen Warnruf betont, schlossen die Wissenschaftler aus der Auswertung. Ein Pfeifton ohne "Chuck" ist demnach eine eher allgemeine Warnung vor einem Feind, der sich am Boden nähert. Wird dieser Alarm mit einem "Chuck" versehen, macht das die Warnung dringlicher und bedeutet "Achtung, ein möglicherweise gefährlicher Feind ist ganz nah".

Geht es um einen Angreifer aus der Luft wie beispielsweise einen Greifvogel, verwenden die Erdhörnchen dagegen Zirp- oder Zwitschertöne, die denen von Vögeln ähneln. Diese Signale sind sozusagen die höchste Alarmstufe und vermitteln die Botschaft "Ich gehe sofort in Deckung, denn hier ist eine unmittelbare Gefahr". Auch hier verstärkte ein "Chuck" die Dringlichkeit der Warnung, so die Forscher. Warum die Tiere sich jedoch mit den lauten Warnschreien in Gefahr bringen und nicht auf die für viele Angreifer unhörbaren Ultraschalllaute zurückgreifen, können Hare und seine Kollegen noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass die Ziesel damit möglicherweise nicht nur ihren Verwandten helfen, sondern auch Wachsamkeit den Feinden gegenüber demonstrieren wollen, um sie so von weiteren Angriffen abzuhalten.

James Hare (Universität von Manitoba) et al.: Animal Behaviour, Bd. 70. S. 937

ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

Geheimsprache unter Erdmännchen: Ultraschall
Columbiaziesel warnen mit Rufen in hohen Frequenzen vor Feinden

Erdhörnchen warnen ihre Sippe mit Ultraschallrufen vor Gefahr. Das haben kanadische Wissenschaftler bei der Beobachtung von Columbiazieseln herausgefunden. Der Vorteil dieser hohen Warnschreie: Für einen herannahenden Feind sind sie unhörbar. David Wilson und James Hare von der Universität von Manitoba in Winnipeg berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 430, S. 523).

Neben lauten Warnrufen stoßen Columbiaziesel (Spermophilus richardsonii) bei Gefahr auch Warnlaute aus, von denen für den Menschen nur das Geräusch ausgestoßener Luft zu hören ist. Die Forscher zeichneten diese vermeintlich geflüsterten Warnungen auf und entdeckten darin eine sehr hohe Frequenz. Diese liegt mit 50 Kilohertz weit außerhalb des menschlichen Hörbereichs. Um die Wirkung der Ultraschallrufe zu testen, spielten die Zoologen den Zieseln normale Warnrufe, einen Ultraschallwarnruf und einige Testgeräusche vor. Beide Warnrufe versetzten die Ziesel in Alarmbereitschaft, und die Tiere zeigten daraufhin eine gesteigerte Wachsamkeit, wobei die Wirkung des Ultraschallrufs kürzer anhielt.

Die Warnrufe im Ultraschallbereich haben für die Nager ganz besondere Vorteile, schreiben die Wissenschaftler. Sie sind für die meisten ihrer Feinde zu hoch, als dass diese sie hören könnten. Zudem hat Ultraschall nur eine kurze Reichweite. Dadurch kann ein Ziesel gezielt ein einzelnes Mitglied seiner Sippe warnen, ohne selber entdeckt zu werden. Die Verwendung von Ultraschall als Alarmfrequenz sei noch nirgendwo anders im Tierreich beobachtet worden, schreiben die Forscher.

ddp/bdw – Benjamin Eckenfels


Parasiten
Parasitismus ist die Wechselwirkung von Organismen unterschiedlicher Arten, bei denen sich der Vertreter der einen Art (der Parasit) aufgrund physiologischer, oft auch struktureller Besonderheiten zeitweise oder auch ständig an oder in einem anderen, in der Regel größeren Lebewesen (dem Wirt) aufhalten muss, um die für seinen Stoffwechsel oder zur Erzeugung von Nachkommen notwendigen Bedingungen zu finden.
Herkunft des Wortes
Parasit kommt von griechisch παράσιτος, pará- für neben und sitos für gemästet - ursprünglich für Vorkoster bei Opferfesten, die dadurch ohne Leistung zu einer Speisung kamen.
Das deutsche Wort Schmarotzer für einen Parasiten stammt vom mittelhochdeutschen smorotzer ab, das soviel wie Bettler heißt.

Beschreibung
Parasiten sind hoch spezialisierte Lebewesen, deren Habitat ebenfalls immer ein Lebewesen ist. Parasitismus zeigt sich in sehr vielfältigen Formen. Im Einzelfall kann es schwer sein, zwischen Parasitismus und anderen Interaktionen zwischen Arten zu unterscheiden. Parasitismus ist ein häufiges Phänomen; die überwiegende Zahl aller Lebewesen parasitiert. Unter dem Vorbehalt, dass sich keine genauen Zahlen festlegen lassen, wird ein Verhältnis von bis zu 4:1 angenommen (Zimmer 2001, S.19).
Im Allgemeinen besteht eine hohe Abhängigkeit eines Parasiten von seinem Wirt oder von seinen Wirten. Das Parasitieren kann sich auf verschiedene Wirtsfaktoren beziehen wie beispielsweise Körpersubstanz, Nahrungsangebot, Sauerstoffbedarf, Osmotik, ph-Verhältnisse oder Wärmehaushalt.
Insbesondere bei geringem Parasitenbefall muss es nicht unbedingt zu einer Schädigung des Wirtes kommen. Eine Belastung bzw. Schwächung des Wirtes ist jedoch immer gegeben. Auch wenn Parasitenbefall den Wirt nicht lebensbedrohlich schädigt, wirkt dieser sich doch stets negativ auf dessen Wachstum, Fortpflanzung oder Lebensdauer aus. Giftige Stoffwechselprodukte des Parasiten, zurückgebliebene innere oder äußere Verletzung oder Entzug von Nahrung können jedoch einen späteren Tod zur Folge haben, insbesondere bei weiteren ungünstigen Umweltbedingungen.

Parasitismus ist allgegenwärtig und wegen seiner Häufigkeit ein Faktor, mit dem sich praktisch alle Lebewesen auseinandersetzen müssen. Nicht selten findet man auf bzw. in einem einzelnen Lebewesen dutzende verschiedener Parasiten, selbst wenn man die Mikroorganismen unberücksichtigt lässt.
Wirte verhalten sich allerdings keineswegs passiv gegenüber ihren Parasiten, sondern sind meist imstande, Zahl und Schadeffekt durch geeignete Abwehrmechanismen zu begrenzen.

Anpassung von Parasiten
Die Umwelt des Parasiten ist immer ein Lebewesen. Um in dieser Umwelt leben zu können, haben sich Parasiten in vielfältiger Weise an ihre Umgebung angepasst:
Haft- und Klammerorgane benutzen z.B. Läuse (Klammerbeine), welche verhindern sollen, dass der Parasit seinen Wirt verliert, was in der Regel ihren Tod zur Folge hätte.

Rückbildungen haben keinen Nachteil und sind während der Evolution entstanden. So fehlen Flöhen und Läusen z.B. Flügel und die Weißberige Mistel hat keine Wurzeln.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Anpassung, Größe und Lebensweise verschiedener Parasiten und der unterschiedlichen Interaktionsformen zwischen Parasit und Wirt werden Parasiten nach bestimmten Kriterien eingeteilt:
Mikro- und Makroparasiten

Mikroparasiten sind meist intrazelluläre Viren oder Bakterien, die Tiere und Pflanzen als Krankheitserreger infizieren. Eine weitere Gruppe von Tieren befallenden Mikroparasiten findet man unter den Protozoen

Makroparasiten wachsen zwar auf oder in ihrem Wirt, leben dort aber nur für einen Teil ihres Lebenszyklus.
. Bei Tieren findet man sie eher auf dem Körper oder in Körperhohlräumen (z.B. im Darm) als intrazellulär. Die Hauptmakroparasiten von Tieren sind Würmer (Band- und Saugwürmer sowie Nematoden), aber auch Läuse, Zecken, Milben und Flöhe, außerdem auch einige Pilze


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