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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 363 mal aufgerufen
 Eichhörnchen - Diskussionen und Fragen
OskasFrauchen Offline



Beiträge: 29

05.08.2015 22:38
Vergesellschaftung antworten

Hallo an alle.
Ich brauche mal eure Hilfe bzw. setze auf eure Erfahrung...
2 meiner jungen Mädels wollen in ein neues Zuhause ziehen... sie sind dann 10 Wochen alt.
Nun zu meinem Problem:
Der neue Besitzer hatte vor vielen Jahren schonmal Eichhörnchen. Nun hat er mehrere Volieren, in denen er exotische Vögel hält. Eine große Voliere ist frei, in der er wieder Eichhörnchen halten möchte. Da er nicht züchten möchte, hat er sich von einem Vermehrer 3 junge Schwestern geholt. Nach etwa 2 Wochen starb die erste. Die andere kam ein paar Tage später auf ihn zu gekrochen. Er nahm sie mit in eine Innenvoliere. Trotzdem hat es auch dieses Eichhörnchen nicht geschafft. Er berichtet, dass er die Hörnchen morgen durch die Voliere flitzen gesehen hat... Er sah dies als spielen, könnte aber wohl auch jagen gewesen sein. Wenn er zur Voliere kam, seien die Hörnchen immer im Kobel gewesen. Hätten nur raus geguckt...

Jetzt gibt es mehrere Spekulationen:
Das überlebende Eichhörnchen war wohl von Anfang an viel größer. Hat der Vermehrer ihm zwei Jungtiere und ein Erwachsenes angedreht, weil sie nicht geworfen hat?? (Er hat wohl berichtet, dass von den 11 Paaren nur 2 werfen!!) Hat das große Hörnchen die anderen beiden jüngeren gejagt und nicht ans Futter gelassen, sodass diese verhungert sind? Da würde das Auf-den-Mann-zukriechen ja zu passen (Wie das "Tollwut-Eichhörnchen" aus der Presse)

ODER:
Waren die beiden kleineren Inzuchten, dadurch kleiner und nicht lebensfähig??

Habt ihr sonst nocht Ideen??

Jetzt kennt ihr die Situation. Wenn noch Fragen sind, fragt... was ich beantworten kann, beantworte ich gerne

Und nun???
Der Mann möchte gerne 2 unserer Mädels haben.
Er hätte die Möglichkeit ihnen eine 30 qm große Voliere zur Verfügung zu stellen.
Wie sind eure Erfahrungen zur Vergesellschaftung? Werden Jungtiere schon als potentielle Gegner angesehen und angegriffen??
Die Gefahr, dass die kleinen nicht ans Futter kämen, könnte man ja mit mehreren Futterstellen lösen...
Ich hab aber die Angst vorm Totbeißen..

Ich weiß von einem, dass er ein Pärchen hatte, die aber keinen Nachwuchs brachten. Er setzte ein Weibchen hinzu, was den nächsten Tag tot in der Voliere lag. Er war davon überzeugt, dass es der Bock war, der das neue Weibchen auf dem Gewissen hat. Ich glaube ja eher, dass es das Weibchen war, was keine Konkurrentin wollte...

Es gäb die Möglichkeit, die Voliere erstmal zu trennen, sodass sich die Hörnchen erstmal nur am Draht kennenlernen können. Aber ab wann macht man die Tür dann auf??
Vielleicht sollten sie sich auch so früh wie möglich kennenlernen.. ohne Draht.
Oder zusammen in eine neue Voliere einziehen, damit keiner Besitzansprüche hat??

Was sind eure Erfahrungen??

Viele Grüße

Rabea

Rita Offline




Beiträge: 661

06.08.2015 13:02
#2 RE: Vergesellschaftung antworten

Hallo Rabea,

zu dem Thema "Revierverhalten" gibt es etliche verschiedene Meinungen. Ich kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten.
Es natürlich schwierig, im Nachhinein zu spekulieren, woran es gelegen hat, dass die Tiere bei ihm gestorben sind. Ob es Mutter mit Töchter waren oder Inzucht, ... Ich würde eher auch was anderes tippen. Es gibt viele Vogelhalter , die auch Eichhörnchen halten. Jede Voliere hat ihr eigenes Bakterienmilleu. Je nachdem wie kräftig und gesund die Hörnchen sind, schaffen sie es in der neuen Voliere zu leben. Wenn ein Tier geschwächt/nicht ganz fit oder das Imunsysthem schwach ist, können durch den Stress allein zB. Kokzidien explodieren und das Tier innerhalb kurzer Zeit sterben. Gerade in Vogelvolieren gibt es oft Kokzidienprobleme.
Und je nachdem, es gibt viele ältere Halter die es dann mit der Sauberkeit nicht so ernst nehmen und es nicht erkennen. Das dazu.
Grundsätzlich ist es so, wenn man Jungtiere zu einem oder einer Gruppe Alttieren setzt, dann erkennen die Älteren das. Und die Jungtiere genießen so eine Art Welpenschutz. Ich glaube nicht, dass sie sofort als Gegner angesehen werden. Es sei denn, sie sind älter als ein 3/4 Jahr oder Weibchen haben gerade Babys im Nest. Ich habe es bisher immer erlebt, dass es grundsätzlich ein Tier gibt, das ranghöher ist. Das kann ein Männchen sein oder bei mir sind es fast immer die Weibchen. Die haben meistens die Pantoffeln an, erst recht, wenn Junge im Nest liegen. Aber auch bei gleichgeschlechtlichen Gruppen ordnen die anderen sich der Nr.1 unter.
In der Natur sind die Reviere halt größer und sie können sich anders aus dem Weg gehen. Bei uns sind die Volieren die Reviere.
Natürlich gibt es auch bei den Hörnchen, Charaktere die gar nicht zusammen harmonieren. Aber das sind eher Ausnahmen.
Wenn es nötig ist, setze ich lieber ein Jungtier zu einem Alttier. Da habe ich noch nie Probleme gehabt.
Im Frühjahr habe ich aus der Not heraus, 2 Alttiere (ein M+W)zusammengesetzt und zum Glück haben die beiden sich so gut verstanden, dass sie schon zum 2. Mal Junge hat. Aber das ist nicht selbstverständlich.
Wichtig ist natürlich, dass die Voliere groß genug ist und das Futterangebot passt und mehrere Kobel zur Verfügung stehen. Ich würde Futter und Wasser auch an mehreren Stellen anbieten. Auf jeden Fall muss man die Tiere dann so viel wie möglich beobachten, dann kann man im Notfall schnell reagieren.
In dem Fall mit dem Pärchen und dem Weibchen, bin ich deiner Meinung. Es könnte eher das Weibchen gewesen sein.
Ich würde sie sofort dazu setzen und wenn sie doch "bösartig" gejagt werden, also nicht aus Neugierde, dann würde ich sie trennen. Grundsätzlich wird immer erst geklärt, wer das sagen hat(oder zB. zuerst ans Futter darf)und die Jungtiere ordnen sich meistens unter.

Liebe Grüße
Rita

Genießt das Leben. Es ist schön - von einfach hat keiner was gesagt. 

DocCarlo Offline



Beiträge: 118

07.08.2015 10:41
#3 RE: Vergesellschaftung antworten

Hallo erstmal aus dem Hunsrück,

..... hallo Rita, super Antwort, und das mit den Vogelzüchtern kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen.
Vor allem gibt es Leute die setzen drei Männliche Tiere mit einem Weibchen zusammen und wundern sich dann das ein Tier nach dem andern tot im Gehege liegt.
Und dann ist der Verkäufer natürlich Schuld.

Schönes Sonniges Wochenende wünsche ich allen.....

Hab meinen Hörnchen einen Ventilator ans Gehege gebaut....... Riesige Freude

OskasFrauchen Offline



Beiträge: 29

11.08.2015 16:05
#4 RE: Vergesellschaftung antworten

Vielen Dank, Rita, für die ausführliche Antwort.
Es sind wohl nur 2 Pärchen an Vögeln, 3 Jungtiere ziehen bald aus. Habe Bilder der Volieren gesehen. Die sehen top aus. Die Vögel werden regelmäßig auf Kokzidien untersucht und wenn nötig behandelt. Mit der Sauberkeit sieht er es eher eng. Hab da auch schon andere Bilder von anderen Menschen gesehen... Da würde ich gar nicht in Erwägung ziehen ein Hörnchen hin zu geben

Okay, also probieren wird es aus...
kokzidienfrei, mit viel Platz und genug Fress- und Wasserplätzen....

Bringe die Hörnchen ja selber hin... bin gespannt.

LG
Rabea

Rita Offline




Beiträge: 661

11.08.2015 23:21
#5 RE: Vergesellschaftung antworten

Hallo Rabea,

dann würde ich das auch riskieren, du wirst ja sehen, wie es dann da aussieht.
Die Vogelhalter haben da ja eher Bedenken, dass die "bösen" Eichhörnchen die Vögel jagen.
Aber wenn die Voliere groß genug ist, ist das mit europ. Eichhörnchen kein Problem.
Ich kenne einige bei denen das hervorragend harmoniert.
Wir haben nur eine negative Erfahrung gemacht. Mein Mann hat einen Dompfaff in meine Eichhörnchenvoliere
gesetzt. Mit einem Paar europ. Eichhörnchen und 1 Paar Chin. Baumstreifenhörnchen. 1 Jahr ging alles super gut.
Dann hat der kleine Baumstreifenhörnchenbock den Dompfaff zum Fressen gern gehabt. Nicht gut .
Heute habe ich nur ein Paar in einer Voliere. Das ist Stressfreier.
Liebe Grüße
Rita

Genießt das Leben. Es ist schön - von einfach hat keiner was gesagt. 

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